|
TAGUNGSBERICHTE
Muslim Education in Europe
27.-29. September 2002 in Bonn
Organisiert von der AMSS (Association of Muslim Social Scientists (UK)), The Islamic Cultural Centre of Ireland und der GMSG
Die AMSS (UK), The Islamic Cultural Centre of Ireland (ICCI) und die GMSG veranstalteten vom 27.-29.
September 2002 in Bonn im Gustav-Stresemann-Institut eine europaweite Konferenz zum Thema “Muslim Education in Europe”. Unterschiedliche soziale, kulturelle und politische Faktoren veranlassen
Muslime europaweit eigene Erziehungs- und Bildungseinrichtungen aufzubauen. Probleme stellen sich in der Ausbildung der Lehrer, Curriculae usw. Des weiteren bestehen unterschiedliche
Konzepte in der Übermittlung von islamischem Wissen. Geprägt werden die einzelnen Konzepte zum Teil von eigenen Interessen und Vorstellungen der
verschiedenen islamischen Organisationen, aber auch von den sich zum Teil erheblich unterscheidenden institutionellen Rahmenbedingungen der einzelnen Länder in Europa. Die Konferenz diente dazu die Arbeit von islamischen Schulen und Bildungseinrichtungen vorzustellen - wie z.B. in England, Frankreich, Deutschland - auf die Situation von muslimischen SchülerInnen in nicht-islamischen Schulen einzugehen usw.
Dr. Tariq Ramadan plädierte in seinem Vortrag für einen euorpäisch geprägten Islam. An der Veranstaltung nahmen
rund 100 muslimische und nicht-muslimische Wissenschaftler und Interessierte teil. Vor allem die Workshops “Citizenship”, “Music” und Arabic stießen auf ein großes Interesse der Teilnehmer. (Nähere Infos zur Tagung in Kürze)
Programm zum downloaden
Christentum und Islam
und ihr Verhältnis zum sekularen Staat Gemeinsame Tagung der GMSG und Katholische Akademie Berlin
Die modernen Gesellschaften und Staaten sind in ethischer und religiöser Hinsicht zumeist uneinheitlich, oder anders gesagt, sie sind multikulturell und multireligiös. Man
mag das bedauern oder nicht; auf jeden Fall stellt dieses Faktum eine Herausforderung an Religionen wie das Christentum und den Islam dar, deren erklärtes Ziel es ist, alle Menschen für ihren
jeweiligen Glauben zu gewinnen. Wie können also Wege und Methoden gefunden und entwickelt werden, dass unterschiedliche Gruppen und Individuen ihren jeweiligen religiösen Überzeugungen und
kulturellen Traditionen in Freiheit folgen können, ohne zugleich aber Andersgläubige in ihrer Freiheit einzuschränken. (...)
Refereneten: Prof. Dr. Andreas Lob-Hüdepohl, Ibrahim El-Zayat, Prof. Dr. Jakob Rösel
Datum: 26. Oktober 2002, von 10.00 Uhr bis 16.00Uhr
ADRESSE: Katholische Akademie in Berlin e.V. Hannoversche Str. 5, 10115 Berlin-Mitte, Tel.: 030/28 30 95-0, Fax: 030/28 30 95-147 information@katholische-akademie-be
Zum Programm:www.katholische-akademie-berlin.de
GMSG-Tagung “Islam und Menschenrchte” am 17.5.98 in Köln-Riehl
Bei unserer diesjährigen Frühjahrstagung wurde das Impulsreferat zum Thema “Islam und Menschenrechte. Debatten und Argumentationsstrategien” von Norbert Müller,
Rechtsanwalt aus Hamburg, gehalten.
Nach einem kurzen Überblick über die Entstehungsgeschichte der im Westen vorherrschenden Interpretation von Menschenrechten als spezifisch im Kontext europäischer
Philosophien und gesellschaftlicher Bedingungen entstandenes Konzept konzentrierte sich der Referent auf die Frage, welche Menschenrechte für islamische Gesellschaften wichtig seien.
Müller machte deutlich, daß die ewigen Prinzipien des Islam, die unter verschiedenen Bedingungen gelten, zugleich offen und flexibel angewendet werden könnten, um die
universale und überzeitliche Botschaft der Offenbarung jeweils entsprechend dem Stand der gesellschaftlichen Entwicklung zur Lösung anstehender Probleme und Fragen zu interpretieren. Auch in
islamischen Gesellschaften, die den Weg zur Moderne ebenfalls vollzogen haben, bestehe die Notwendigkeit von Regulierungen, um Rechtssicherheit und Menschenrechte der einzelnen
Gesellschaftsmitglieder zu garantieren. Dies solle jedoch nicht - wie von westlicher Seite häufig in den Debatten gefordert - im Rückgriff auf die europäische Philosophie geschehen, sondern unter
Berufung auf den Islam, der für den Einzelnen in der Balance zwischen gottgegebener Freiheit einerseits und den sich aus dem Platz des Individuums in der göttlichen Ordnung ergebenden Pflichten
andererseits Rechtssicherheit in Bezug auf Menschenrechte ermöglicht. Der zwischen dem Westen und dem Islam ausgetragene Streit über Menschenrechte ist daher weniger an dem im Prinzip gleichen
Katalog einzelner Rechte festzumachen, als vielmehr an den Fragen: Welches Recht geht vor? Wo sind die Schranken von Rechten? In welche Rechte darf wann eingegriffen werden? Bei einer
Werteentscheidung für das westliche System wird deutlich, daß dort die Individualisierung Vorrang hat, während der Islam andere Prioritäten setzt, die im Einzelfall des Individuum einschränken
zugunsten des Schutzes/der Entwicklung der Gemeinschaft.
Die anschließende Diskussion verdeutlichte nochmals die grundsätzliche Entscheidung zwischen einer restaurativen islamischen Ordnung ohne die Möglichkeit von (abgeleiteten)
Neuerungen einerseits und der Konzeption eines islamischen Staates in kreativer Anwendung der islamischen Grundlagen auf die Probleme unserer Zeit andererseits. Nach dieser Interpretation wären
Menschenrechte im Islam - festgeschrieben in einer Verfassung, die Rechtsstaatlichkeit garantiert - folglich eine Schöpfung des Menschen mithilfe der Werte und Quellen, die er/sie von Allah bekommen
hat, d.h. im göttlichen Rahmen und nicht nur ein von außen den Muslimen übergestülptes und den eigenen Quellen widersprechendes Konzept des Westens. [Artikel, die dem Vortrag von Norbert Müller
zugrundliegen, können im GMSG-Büro gegen Kopierkosten angefordert werden.]
In der anschließenden Mitgliederversammlung gab IP zunächst einen Überblick über die bisherige Arbeit, wobei deutlich wurde, daß der Vorstand allein die angestrebten Ziele
(Information und Vernetzung, Aufbau einer ExpertInnen-Kartei, Bibliothek, internationale Kooperationen, Unterstützung und Beratung intern und nach außen) nicht durchführen kann, auch wenn bereits
vieles angegangen wird. Das - einigermaßen - regelmäßige Erscheinen des Newsletters, die Arbeit am Jahrbuch Islam 1998 sowie die Vorbereitung der Tagungen sind neben den laufenden Büroarbeiten und
den Aufgaben des Fund-raisings, der Kontaktpflege und Mitgliederwerbung schon jetzt recht zeitintensiv. Weitere AktivistInnen und UnterstützerInnen (laufender und besonderer Aufgaben) sind daher
jederzeit willkommen, zumal der Vorstand sich verkleinert hat, da Senay Akar aus persönlichen Gründen zurückgetreten ist und es auf dieser MV zu keiner Neu-/Nachwahl kam.
Der anschließende Austausch in drei AG's (Islamwatch; Offentlichkeitsarbeit und islamische Positionen in gesellschaftlichen Debatten) machte v.a. deutlich, wie wichtig die
interne Vernetzung der Mitglieder und InteressentInnen ist, die jeweils über vielfältige Kontakte und z.B. Werbemöglichkeiten verfügen. Hier könnte dem Vorstand der GMSG noch viel aktiver
zugearbeitet werden, kann der Newsletter als Diskussions- und Info-Forum genutzt werden, um untereinander mehr mitzubekommen. Diskussions- und Einmischungsbedarf ist jedenfalls vorhanden.
Die GMSG ist als Verein anerkannt und gemeinnützig; Spenden können von der Steuer abgesetzt werden. Die Mitgliedsbeiträge sowie Spenden von sympathisierenden
InteressentInnen, die sich (noch) nicht zur Mitgliedschaft durchringen können, bitten wir, auf folgendes Konto zu überweisen: GMSG (bei der Dresdener Bank Köln), Konto-Nr. 360009900, BLZ 37080040.(MW)
Fragen zur Stellung der Minderheiten aus islamischer Perspektive
23.Mai 1999
In den vergangenen Jahren ist es bei der Diskussion um die Stellung der religiösen Minderheiten in Europa verstärkt zu Diskussionen über die Stellung von religiösen Minderheiten
insbesondere in den islamischen Ländern gekommen. Wer hier Rechte fordert, soll auch in seiner Heimat die gleichen rechte gewähren lautet der Hauptvorwurf, dem sich muslimische Gemeinschaften häufig
ausgesetzt sahen deshalb haben wir es für nötig befunden, uns insbesondere heute, vor sich die Diskussion um die Rechte und Pflichten der religiösen Minderheiten in Europa auf dem Höhepunkt befindet,
eine vergleichende Betrachtung einerseits zwischen der Theorie und Praxis der Minderheitenrechte in einem islamischen Staatswesen und andererseits im Vergleich mit der europäischen Rechtsauffassung
vorzunehmen. Hierfür wurde Prof. Dr. Taha Alwani, Präsident der School of Islamic and Soical Sciences in Leesburg Virginia einem der renommiertesten Gelehrten unserer heutigen Zeit, vielfacher Autor
und Mitglied in allen wichtigen Fiqh Räten der islamischen Welt, eingeladen.
Referenten: Prof. Dr. Taha J. Alwani
Dean of School of Islamic and Social Sciences in Leesburg /Virginia – USA
Wolf Ahmad Aries
Dozent an den GHS Kassel und Paderborn
Ort. Islamische Akademie Villa Hahneburg Ackerstr. 146, Köln
|