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DAVO 1997
Katholische Akademie Trier Juni 2001 DAVO 2000
ISLAM IN DEUTSCHLAND

Tagung an der Katholischen Akademie Berlin 25.11.01

Einstellungen europäischer Muslime gegenüber der Gewalt

Die Katholische Akademie in Berlin lud am 25.11.01. zu einer Veranstaltung zum Thema: Einstellungen europäischer Muslime gegenüber der Gewalt ein. Gastreferent war der in der Schweiz lehrende Islamwissenschaftler Dr. Tariq Ramadan. Es nahmen ca. 150 Personen an der Veranstaltung teil. P. Prof. Dr. Christian Troll SJ (Christlich-Muslimisches Forum) leitete den Vortrag mit einigen Sätzen ein und stellte Dr. Ramadans Bücher (Deutsch, Englisch und Französisch) vor.                              WEITER

GMSG auf dem DAVO-Kongress in Mainz

12.-14. Oktober 2000

 

Vom 12.-14. Oktober 2000 fand in Mainz der 7. Kongress für gegenwartsbezogene Orientforschung statt. Hier ging es vor allem um gegenwartbezogene Forschungen zum Vorderen Orient und zu dessen Beziehungen mit anderen Regionen. Mit Vorderer Orient werden alle arabischen Staaten und Territorien sowie Afghanistan, Iran, Pakistan, die Türkei, Israel und die islamischen Länder der ehemaligen UdSSR verstanden.

Parallel zu dieser Veranstaltung fand das Symposium zum Thema “Cinema and the Middle East” statt. Wobei auch Filme, die das Themengebiet anschnitten, gezeigt wurden. Auch ein Vortrag zum religiösem Disput in türkischen TVs am Beispiel des reformistisch orientierten Theologen Prof. Yasar Nuri Öztürk stand auf der Tagungsordnung. Reaktionen von Teilnehmern der Veranstaltung zeigten wenig positives Feedback für das Programm.

Getrübt wurde die Veranstaltung von den Ereignissen in Palästina, wo drei israelische Soldaten vom aufgebrachten Mob regelrecht gelyncht wurden und hieraus weitere Unrechtsakte der Israelis folgten. Dieser Vorfall kam insbesondere beim Vortrag von Prof. Günter Meyer beim abendlichen Empfang zur Sprache.

Wie üblich bei solchen Veranstaltungen war das Programm recht umfangreich und bot für vielfältige Interessen Angebote.

Generell wurden Panels veranstaltet, in denen  jeweils drei bis vier Forscher ihre Arbeiten darstellten. Anschließend fand dann eine Diskussion statt. Pro Tag standen fünf verschiedene Foren auf dem Programm.

Ein Themenbereich umfasste Gender: History, Sociology, Antropology. Hier wurden Einzelstudien aus Syrien, Ägypten und Deutschland vorgestellt. Ein Thema z.B. befasste sich mit der “Bedeutung der Mutter-Tochter-Beziehung für die Sozialisation von jungen praktizierenden Alaviten und Sunniten in Berlin” (Asiye Kaya).

Ein weitere Diskusssionsrunde befaßte sich mit dem Themenbereich “Ethnic Business”, welches insbesondere in der neueren Soziologie, Ethnologie und Geographie immer mehr auf reges Interesse stößt. Yunus Ulusoy vom Türkeizentrum legte deskriptive Daten zu türkischen Unternehmern in Deutschland vor

Nicht alle angekündigten Referenten waren nach Mainz angereist, weil sie entweder durch die Grippenwelle daran hinderte wurden, Reisezuschüsse fehleten oder für die auswärtigen Wissenschaftler Ausreiseprobleme bestanden.

So kam es, daß bei dem Panel “Central Asia” nur ein Referent zur Verfügung stand.

Ein weiteres interessantes Panel war “Islamic Law”. Obwohl die Vorträge zum “Fatawawesen im Internet” (Hans-Georg Eber – Leipzig) und “Abstrakte Arbeit und islamische Arbeit” (Rüdiger Lohker - Göttingen) auf wenig Resonanz stießen, fand der Vortrag von Bülent Ucar zur Thematik des Flexibilisierungsfähigkeit des islamischen Rechts in der Türkei reges Interesse. Hier ging es vor allem um das Idschtihad-Problem und seine Diskussion unter den Theologen in der Türkei, vor allem an der Universität in Ankara.

Zwei Panels beschäftigten sich mit “Arabic-Ottoman Sciences” und “Ottoman Empire”, in denen Themen behandelt wurden, die sich mit der gesellschaftlichen Lage im osmanischen Reich im 19. Jh. Befassten. Ein weiterer Vortrag bei diesem Panel war “Nationalismus armenischer Liberaler im Osmanischen Reich”.

Im Panel “Islamische Gesellschaften in Africa” wurden Bereiche thematisiert wie “Islam, Eliten und koloniale Herrschaft in Deutsch-Afrika, 1908-1914” (Michael Pesek – Berlin), Islamische Gelehrte zwischen Text und Praxis – lokale Kontextualiserung globaler Ideen in Kenia (Patrick Desplat – Mainz), Zwietracht in der Umma. Afrikanische Muslime zwischen Einheit und Spaltung (Rüdiger Seesamm – Bayreuth) usw.

Zwei weitere Schwerpunkte dieser Veranstaltung waren erwartungsgemäß Palästina-Israel und Christlich-Arabische Minderheiten.

Da während dieser Mainzer Tagung die sog. Islamischen Länder bzw. die traditionellen Herkunftsgebiete vieler Muslime in Deutschland angesprochen wurden, war es natürlich das Interesse der GMSG präsent zu sein. Drei unserer Mitglieder betreuten einen Bücherstand, an dem englisch und deutschsprachige Literatur (u.a. Schriftenreihe der GMSG) ausgelegt worden war. Der Stand stieß auf reges Interesse.

Ein generelles Problem solcher Veranstaltungen ist es, dass die Fachreferenten auf ein sehr gemischtes Publikum stoßen und es bei den anschließenden Diskussionen selten möglich ist, Themen zu vertiefen, und es somit bei generellen Aussagen bleiben muss. Des weiteren stellten unabhängige Beobachter fest, dass vor allem der universitäre Mittelbau nicht anwesend war. Eine rühmliche Ausnahme bildete z.B. der renommierte Geograph Prof. Wirth. Dies hängt wohl zum einen davon ab, dass die Veranstaltung jedes Jahr durchgeführt wird und den Fachleuten kaum die Zeit bleibt, sich auf neue Themen vorzubereiten; zum anderen lag es auch daran, dass ca. eine Woche vorher der Kongress der Orientalisten in Berlin abgehalten worden war.

Für 2002 ist der 1. Weltkongress für Studien zum Vorderen Orient geplant. Interessierte können sich auf der Homepage der DAVO hierüber informieren: http://www.davo-online.de

Ziel der GMSG wird es sein – nicht nur auf dem nächsten Kongress der DAVO – sondern auch auf dem Weltkongress 2002 nicht nur mit einem Stand, sondern auch mit eigenen Beiträgen präsent zu sein. Hierzu will sich die GMSG um die Kooperation mit den Schwesterorganisationen in den USA und England bemühen.

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