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PROGRAMM

GMSG Jahrestagung 2003

Universität zu Köln, 25.-26. Januar 2003

Die GMSG tagte an der Universität zu Köln. Die Tagung wurde eröffnet von Norbert Müller, dem Vorsitzenden der GMSG..

Der diesjährige „Falaturi Friedenspreis für Dialog und Toleranz“ ging an Prof. Dr. Udo Steinbach, vom Deutschen Orient Institut in Hamburg. Die Laudatio hielt Ibrahim El-Zayat.

Nach der Preisverleihung wurde unter der Leitung von Dr. Sabiha El-Zayat das Panel „Religion im Kontext von Globalisierung“ eröffnet. Der erste Referent war Prof. Dr. Udo Steinbach. Sein Vortrag lautete „Religion im Spannungsfeld von Macht und Gerechtigkeit“. Steinbach ging vor allem auf die unheilvollen Ereignisse vom 11. September ein und kritisierte Hegemonialansprüche der USA.

Zweiter Referent des Panels war Prof. Dr. Christian Troll. Das Thema seines Referates lautete: „Das Zweite Vatikanische Konzil als Konzil der beginnenden Globalisierung“. Troll wies vor allem darauf, dass der Vatikan im Abschlusstext seines zweiten Konzils zeitgenössische gesellschaftliche Umweltzungen versucht habe zu beantworten und sein Verhältnis zu Nicht-Christen und Nicht-Gläubigen überdacht und neue Wege im Verhältnis zu deisen beschritten habe.

Abschließend referierte Christian Abdulhadi Hoffmann zum Thema: „Islam und Globalisierung“. Hoffmann wies vor allem auf die Schattenseiten der (ökonomischen) Globalisierung hin und forderte – insbesondere auch von den Muslimen – mehr Zivilcourage, insbesondere dann wenn es um Bürgerrechte oder aber auch um den Weltfrieden geht.

Nach der Diskussion der Beiträge folgte eine Pause und der zweite Teil des Panels, an dem Prof. Dr. Fuad Kandil und Dr. Lutz Hofmann teilnahmen. Prof. Kandil, der zum Thema „Die blockierte Kommunikation: Die Fixierung westlicher Sicht auf den Islam und ihre Folgen“, machte vor allem deutlich, dass politische, ökonomische und soziale Ereignisse in der islamischen Welt leitfertig mit dem Islam in Verbindung gebracht und dabei die Religion zum Sündenbock für Fehlentwicklungen und Missverständnisse herhalten muss. Anschließend referierte Dr. Lutz Hoffmann zum Thema: „Islamische Verkündung in der Diaspora“. Hoffmann versuchte religionssoziologisch zwischen einigen Mustern zu unterscheiden, die bei der Deutung der islamischen Diasporasituation in Europa zugrunde gelegt werden können.

Zum Abschluss des ersten Tages fanden Workshops zu folgenden Themen statt:

             A) Islam und Säkularismus (geleitet von Dr. Heiner Bielefeldt)

    B) Sprache und Dialog (geleitet von Abdurrahman Reidegeld)

    C) Rechtsfragen im Zusammenhang mit muslimischer Präsenz in Deutschland (geleitet von Susanne Acikgöz)

Am nächsten Tag fand wurden neuere Forschungsarbeiten zu Muslime und Islam in Deutschland vorgestellt.

Mostafa El-Hady referierte zum „Freiheitsbegriff im Werk des islamischen Schriftstellers Gamal El-Benna“. Gamal El-Banna ist der jüngere Bruder von Hasan El-Bann, dem Begründer der Muslimbruderschaft in Ägypten, und ist für seine reformorientierten Ideen bekannt. Norbert Müller, Vorsitzender der GMSG, wies in seinem Referat „Die Erosion des Rechts“, vor allem auf die Unterhöhlung des Rechts nach den Anschlägen vom 11. September hin. Unter dem Deckmantel des Rechts würden – nicht nur in den USA – zum Teil elementarste Menschenrechte missachtet. Müller: “Man gewinnt hier (in Deutschland) den Eindruck einer selektiven Aufhebung des Rechtsstaates, nämlich was die muslimische Minderheit betrifft.”

Dabei ging er kritisch auf das fehlende Rechtsbewusstsein vieler Muslime ein.

Im letzten Panel der Tagung trug Yasin Alder zum Themenbereich „Moscheen im sozialen Kontext“ vor. Zum einen machte er deutlich, welche Bedeutung der Moschee im klassischen Islam zukäme und wie die Funktion der Moschee jetzt aussähe. Einen weiteren Schwerpunkt des Vortrages bildete die Frage, in wieweit die Moschee zur Integration der in Deutschland lebenden Muslime beitragen würden oder nicht. Das Ergebnis seiner empirischen Arbeit war, dass die Moschee im Spektrum der Migrantenorganisation eine Sonderrolle übernehmen würden und von diesen wichtige Impulse für Dialog und friedliches Miteinander ausgehen würde. Kritisch bemerkte er mangelnde Sprachkenntnisse bei einigen Moschee-Funktionären an.

Im letzten Beitrag der Veranstaltung stellte Fariborz Bagheri einen neuen Forschungsbereich vor: „Psychologie und Koran“. Bageheri ging insbesondere der Frage nach, ob die Psychologie ihre gestaltende und heilende Funktion ebenso für die islamische Welt erfüllen kann, wie im westlichen Kulturraum? Des weiteren stellte er die Frage in den Raum, ob das Buch „Koran“ uns ein ähnliches Wissen über das menschliche Verhalten und Erleben anbieten kann, wie die empirische Psychologie?. Er unterstrich, dass die Hoffnung „hierbei ist, dass das Wissen über islamische Psychologie uns befähigt, die individuelle und gesellschaftlichen Probleme und Ziele der Muslime differenzierter Verstehen und auf eine effektivere Weise zu lösen bzw. zu erreichen versuchen.“

 

 

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