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GMSG Preisverleihung 2002

Prof. Abdoldjavad Falaturi Friedenspreis für Dialog und Toleranz

Ziel des Preises

Ziel dieses Preises ist es, Personen und Institutionen auszuzeichnen, die sich durch ihr Werk und ihre Arbeit vor allem für den interkulturellen und interreligösen Dialog eingesetzt haben. Die GMSG möchte Frauen, Männer oder Gruppen würdigen und vorstellen, die dazu beigetragen haben, der Verständigung der Völker, Religionen und der Menschen untereinander zu dienen sowie Feindbilder ab- und Vertrauen aufzubauen. Unser Ziel ist es, Menschen zu ehren, unabhängig von ideologischen, religiösen oder parteipolitischen Kriterien und unabhängig von ihrer sozialen oder nationalen Zugehörigkeit.

Zur Person von Falaturi (1925-1996)

Am 19.01.1925 wurde Abdoljavad Flaturi in Isfahan (Iran) geboren. 1943 beendete er dort die deutsch-persische Schule. Von 1941 bis 1954 studierte er islamische Wissenschaften (arabische Literatur, Geschichte, Recht, islamische Theologie, Logik und Philosophie) in den sogenannten Medressess (den nicht-staatlichen Schulen: Davon zwei Jahre in Isfahan, zwei Jahre in Teheran und sechs Jahre in Mesched und wiederum drei Jahre in Teheran.

Er erhielt dort den Idjtehad-Grad (d.h. den letzten Grad in der islamisch-schiitischen Theologie). Von 1951 bis 1954 besucht er auch die staatlichen Fakultät für Philosophie und Theologie in Teheran.

1954 kam er nach Deutschland und setzte sein Studium an den philosophischen Fakultäten in Mainz, Köln und Bonn fort. 1965 legte er seine Inaugural-Dissertation an der Universität Bonn mit dem Thema “Zur Interpretation der Kantischen Ethik im Lichte der Achtung - Mit einem Anhang: Vorarbeit zu Studien zu einem allgemeinen Kantwörterbuch” vor. 1973 Habilitation an der Universität zu Köln mit dem Thema “Umgestaltung der griechischen Philosophie durch die islamische Denkweise”.

Von 1974 bis 1994 lehrte er als Professor der Islamwissenschaften an der Universität Köln. Dort begründete er 1978 die Islamwissenschaftliche Akademie zu einer weltweit renommierten Institution aus.

Generationen von muslimischen und nichtmuslimischen Studenten war Prof. Falaturi ein zum eigenständigen Denken anregender Lehrer und Mentor. In den letzten Jahren seines akademischen Wirkens ist er insbesondere mit den Forschungsergebnissen eines umfangreichen Forschungsprojektes über die Darstellung des Islam an den Wechselbeziehungen zwischen islamischer und abendländischer Geistesgeschichte und Kultur bekannt geworden. Aus diesem nationalen Projekt entwickelte sich 1988 das internationale Forschungsprojekt "Islam in Textbooks". Falaturis wissenschaftliches Hauptziel bestand darin, den Islam in einer zeitgemäßen Form darzustellen und die Hindernisse, die seiner Zeitgemäßheit im Wege stehen, wissenschaftlich aufzuarbeiten. In diesem Sinne wird er auch als Förderer des Dialoges zwischen Muslimen und Christen unvergessen bleiben. Falaturis Verdienste um den Gesamtislam kommen nicht zuletzt dadurch zum Ausdruck, das ihn die bedeutende sunnitische Al-Azhar-Universität in Kairo zum Mitglied des "Obersten Rates für die Angelegenheiten der Islamischen Welt" ernannte.

Prof. Falaturi repräsentierte einen im Qur’an und der Sunna verankerten und zugleich weltoffenen, im besten Sinne “modernen” Islam. Dazu gehörte nicht zuletzt sein Bestreben, Werte und Erkenntnisse des Islam von ihm mit Sympathie und Interesse begleitet.

Um Prof. Falaturis ehrendes Andenken zu bewahren und ein Zeichen für kommende Generationen zu setzen, haben wir als GMSG – ehemalige Schüler, Freunde und am Werk Prof. Falaturis Interessierte – den Preis für Frieden und Dialog initiiert.

Der Preis ist mit einem symbolischen Betrag von 500,-EURO dotiert und wird jährlich auf der Jahrestagung vergeben werden.

Dieses Jahr (2002) wurde der Preis an Dr. Murad Hofmann, insbesondere wegen seinem Beitrag zu   Dialog verliehen.Die Laudatio zu Ehren der Preisverleihung wurde von Ibrahim El-Zayat, Vorstandsmitglied der GMSG, gehalten.

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